Selbstreflexion und Selbstironie

Nur wer über sich selbst auch lachen kann, Selbstreflexion zulässt, kann sich im Bestreben, der Beste zu werden, einen entscheidenden Vorteil sichern.

 

Der Türsteher

Türsteher - auch Türfetischist genannt - jemand, der auf Türen steht - ist eine häufig anzutreffende Untergattung
(lat. homo portalius violencia) des modernen Menschen. Seine herausragendsten Eigenschaften sind das Fehlen jeglicher sozialer Kompetenzen und ein übertriebener Hang zur Gewalttätigkeit. Im Gegensatz zu normalen Menschen ist sein Sprachzentrum nicht sehr stark ausgeprägt, wodurch sich sein Wortschatz auf das Geringste reduziert.
 
Häufig verbale Ergüsse eines Türstehers sind:

  • Ausweis bitte!
  • Der ist gefälscht!
  • Zu jung!
  • Weitergehen!
  • Du kommst hier nicht rein!
  • Lokalverbot!
  • Glaubst ich steh zum Spass hier?
  • He, Tür ist da wo Mauer das Loch gelassen hat!
  • Schönen Abend noch, auf  Wiedersehen

Geschichte:

Der erste Türsteher hieß Frankenstein, der aber schnell wieder gefeuert wurde, weil er für seine Aufgabe zu attraktiv war. Auch der Terminator scheiterte kläglich bei seiner Aufgabe, die Gäste abzuschrecken, so dass er durch immer größere Prototypen ersetzt wurde.
Obwohl die heutigen Türsteher auf ihrem Gebiet oft schon sehr professionalisiert sind, kann es dennoch immer wieder vorkommen, dass man überrascht wird, weil sie sich selbst übertreffen.

Vorkommen:

Der Türsteher ist in urbanem Gelände, sowie in ländlicheren Gegenden anzutreffen, wobei  Türsteher aus den ländlichen Bereichen, die sogenannten "Dorfdisco-Türsteher", ihren städtischen Artgenossen zumeist verbal und intellektuell unterlegen sind.

Merkmale:

Äußerlich sind Türsteher vor allem daran zu erkennen, dass ihr Körperbau einem Schrank ähnelt. Außerdem zeichnen sich Türsteher durch die Eigenschaft aus, keinen Hals zu besitzen. Der Kopf sitzt auf oder im Brustbereich. Zu dem kommen ein äußerst ausdrucksloser Blick, sowie auch ein arg aggressives Verhalten.
 
Wenn man nachts im Wald einem Türsteher begegnet, dann ....... begegnet man Nachts im Wald einem Türsteher. Vielleicht ist er ja ganz nett ..... vielleicht aber auch nicht.

Aufgaben:

Es ist ein knallharter Job. Türsteher müssen selbstherrlichen und arroganten Kunden diplomatisch und liebevoll erklären, warum sie wegen ihrer zu langen Nase nicht in den Club hineindürfen.
Aber das ist ja eben nur Theorie und weil Türsteher aus Kostengründen auch nur einfache, hormongetriebene Schläger von der Straße sind, kommen sie ihrer ehrenhaften Aufgabe nicht wirklich nach.
Schlägereien in Discos können Türsteher auch nicht verhindern, weil sie lieber damit beschäftigt sind, selber welche anzufangen oder bei x-beliebigen Leuten wegen ihrer "falschen" Kleidung, wegen ihrer "falschen" Haut- oder Haarfarbe oder ihrem "falschen" Parfum meckern, natürlich bei solchen, die sich am wenigsten wehren können.
Türsteher müssen darauf achten, dass Besucher keine Getränke in die Disco schmuggeln. Dabei werden Gäste am ganzen Körper durchsucht, besonders Frauen am Oberkörper und am Po - das alles natürlich vollkommen uneigennützig, weil die lieben, eifrigen, fleißigen Türsteher ja voller Sorge vermuten, dass man gerade dort Bomben am besten verstecken kann. Diese Durchsuchungen finden ganz bewusst nach dem Bezahlen des Eintritts statt, damit die Kunden keine Möglichkeit mehr haben, mit Getränken nach draußen zu gehen, um sie dort auszutrinken.
Türsteher beschlagnahmen Getränke, Waffen, Kaugummis, Schmuck usw. um sich ihren mageren Gehalt aufzubessern.
 
Da ein Türstehergehalt, wie bereits erwähnt, äußerst miserabel ausfällt, halten diese Muskelprotze natürlich nach weiteren Einkommensquellen Ausschau und da die meisten Gäste inzwischen reagieren und keine Wertsachen in die Disco mitnehmen, haben die Türsteher auch immer schlechtere zusätzliche Verdienstmöglichkeiten.
Das willkürliche Nichteinlassen und Herauspressen von Bestechungsgeldern von den Besuchern ist jedoch eine weitere willkommene und unter Umständen äußerst lukrative Möglichkeit, doch noch an mehr Geld zu gelangen.
Einen halbwegs vernünftigen Besucher schreckt diese Haltung natürlich ab. Da die Besucherzahlen vielleicht dem Discobesitzer Kopfzerbrechen bereiten, aber dem Türsteher scheißegal sind (weil die meisten ja ohnehin nur bis 3 zählen können), profitieren diese an der Tür hockenden Frankensteins von einer kleinen Minderheit außerordentlich Dämlicher, die ihr schwaches Ego ein bisschen aufzupolieren glauben, indem sie einen Türsteher bestechen um so in ein möchtegernexklusives Lokal zu gelangen.
Inzwischen sind einige Türsteher auf ganz neue Ideen gekommen, um ihr Geld und ihre Macht zu vergrößern, indem sie neuerlich von Hunden lernten. Sie bilden nun Rudeln, Banden, Gangs oder sonst irgendwas in diese Richtung und verprügeln andere Türsteher, die nicht zu ihnen gehören und zwingen so die Discobesitzer durch künstliche Verknappung des Marktangebotes an Türstehern, höhere Löhne zu zahlen. Solche Gangs haben viele schöne Frauen auf ihrer Seite, die nur in "ihre" Discotheken kommen, so dass die Discobesitzer noch erpressbarer werden. Es kommt auch immer wieder vor, dass Türsteher eine große Anzahl an Discobesucherinnen anbraten und sie an brutale Zuhälter verkaufen oder mit eigener Gewalt in die Prostitution zwingen.

Berufliche Qualifikation:

Der Beruf hat höchste Ansprüche. Zuerst einmal muss man ordentlich "draufschlagen" können. Auch darf der IQ nicht höher als bei 42 liegen (ein Abschluss der Sonderschule oder besser gar keine Schule, eine saftige Vorstrafe und ein mehrjähriger Gefängnisaufenthalt sind auch gern gesehen), weil Menschen mit einem durchschnittlichen oder gar überdurchschnittlichen IQ dazu neigen, dumpfe, sinnlose Vorschriften des Discobesitzers zu hinterfragen.
Qualifizierte Türsteher unterziehen sich immer einem Ammoniakritual und haben ein umfangreiches Aggressionsaufbauprogramm hinter sich.

Der schlechte Türsteher:

Der schlechte Türsteher (Gelegenheitsjobber und Frischfleisch in der Branche, die bis dato mit der Türsteherszene nicht in Berührung kamen) zeichnet sich dadurch aus, dass er bei seiner Berufsausübung (noch) Gewissen walten lässt. Daher werden solche Türsteher meistens sehr schnell gefeuert.
Ein intelligenter, liberaler, oder revolutionärer Türsteher wäre sehr bald ein arbeitsloser Türsteher. Dieser Selektionsprozess führte zur Entwicklung des oben genannten homo portalius violencia!
 
Daher sind die Ausbildungs- und Vermittlerfirmen schon seit Jahrzehnten auf höchste Qualität bedacht und stets bemüht, derart peinliche Vorfälle zu vermeiden und stets nur noch gute Türsteher auszubilden.

Der gute Türsteher:

Dieser schmeißt jeden raus, der ihn schief anschaut, nicht ohne vorher mit Gewalt zu drohen. Ab und zu wird jemand in den Nebengang gezerrt und nur noch mit gebrochenen Rippen nach draußen geschleift. Wenn sich nur die Möglichkeit ergibt, werden die Gäste angebrüllt und selbst auf der Tanzfläche herumkommandiert. Wer nicht nach der Pfeife tanzt, wird in Richtung Ausgang verschleppt.

Türsteher - Mottos:

  • "Erst schlagen, dann fragen!"
  • "Fäuste sagen mehr als Worte!"
  • "Habe ich heute meine Muskeln geölt?"
  • "Fällt das Einsatzhemd heute nicht zu weit aus?"

 

Quelltext: Stupidedia